Equal Pay

Was ist Equal Pay?

Unter Equal Pay ver­ste­ht man den Grund­satz, nach­dem dem Zeitar­beit­nehmer für die Dauer seines Ein­satzes beim Kun­den min­destens ein Gehalt in der Höhe gezahlt wer­den muss, in der es die ver­gle­ich­baren Stam­m­mi­tar­beit­er des Kun­den erhal­ten.  Verkürzt gesagt bedeutet dies: gle­iche Arbeit, gle­ich­er Lohn.

Nach § 8 Abs. 1 AÜG ist der Ver­lei­her verpflichtet, “dem Lei­har­beit­nehmer für die Zeit der Über­las­sung an den Entlei­her die im Betrieb des Entlei­hers für einen ver­gle­ich­baren Arbeit­nehmer des Entlei­hers gel­tenden wesentlichen Arbeits­be­din­gun­gen ein­schließlich des Arbeit­sent­gelts zu gewähren.”

Die Ein­hal­tung dieses Grund­satzes ist für viele Zeitar­beit­sun­ternehmen sehr schwierig, ger­ade bei kurzfristi­gen Ein­sätzen. Um den Equal-Pay Lohn berech­nen zu kön­nen, muss das Zeitar­beit­sun­ternehmen zuvor beim Entlei­her das genaue Gehalt für einen ver­gle­ich­baren Mitar­beit­er abfra­gen. Viele Kun­den geben diese Infor­ma­tion aber nur sehr ungern raus. Gle­ichzeit­ig erhält der Kunde so Ken­nt­nis, wie hoch der Lohn des einge­set­zten Zeitar­beit­nehmers ist, wodurch es dem Kun­den ein Leicht­es ist, die Marge des Zeitar­beit­sun­ternehmens auszurech­nen. Dies kann die Ver­hand­lungspo­si­tion des Zeitar­beit­sun­ternehmens immens schwächen.

Zugle­ich muss das Zeitar­beit­sun­ternehmen das Gehalt des Zeitar­beit­nehmers für jeden Ein­satz neu berech­nen, was einen hohen admin­is­tra­tiv­en und fehler­an­fäl­li­gen Aufwand bedeutet.

Ein Ver­stoß gegen den Equal-Pay Grund­satz kann jedoch zum Entzug der Arbeit­nehmerüber­las­sungser­laub­nis führen und hat regelmäßig Bußgelder zur Folge.

Zugle­ich sieht das Gesetz jedoch auch eine Aus­nahme von diesem Grund­satz vor.

Bei der Anwen­dung eines Tar­ifver­trages für die Zeitar­beit darf für die Ein­satz­dauer von 9 Monat­en vom Equal-Pay Lohn abgewichen wer­den. Dadurch ist es dem Zeitar­beit­sun­ternehmen möglich, dem Zeitar­beit­nehmer einen kon­stan­ten Lohn zu bezahlen.